Behandlung

Operative Maßnahmen

Kinderwunsch München
Operative Maßnahmen

Einige Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch können durch eine operative Behandlung korrigiert werden. Durch unsere belegärztliche Tätigkeit an den Dr. Lubos-Kliniken Pasing (ehemalige Frauenklinik München West, Schmiedwegerl 2-6, 81241 München) können wir viele reproduktionsgynäkologische Eingriffe für unsere Patientinnen selbst durchführen und damit das Spektrum unserer Behandlungsmöglichkeiten durch den wichtigen operativen Bereich vervollständigen. So bleiben Diagnostik und Therapie auf Wunsch in einer Hand.

 

Abklärung der Eileiterdurchgängigkeit:

Der häufigste operative Eingriff, der zur Abklärung bei unerfülltem Kinderwunsch durchgeführt wird, ist die Abklärung der Eileiterdurchgängigkeit durch eine diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie, LSK) mit Durchspülung der Eileiter (Chromopertubation). Dies wird fast immer kombiniert mit dem relativ kleinen zusätzlichen Eingriff einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie, HSK), um auch in der Gebärmutterhöhle oder am Gebärmutterhals pathologische Befunde (Polypen, Myome, Wandbildungen), die im Ultraschall nicht immer auffallen müssen, sicher auszuschließen.

Dieser kombinierte Eingriff gilt immer noch als der Goldstandard zum Ausschluss von Eileiterverschlüssen und erlaubt eine sicherere Aussage als die Hysterosalpingo-Kontrastmittelsonographie. Bei der Entscheidungsfindung, ob und mit welchem Verfahren eine Eileiterabklärung durchgeführt wird, ist besonderes Augenmerk auf Besonderheiten der gynäkologischen Vorgeschichte, wie z.B. Bauchoperationen oder Unterleibsentzündungen, die Zeitdauer des Kinderwunsches, Auffälligkeiten im Ultraschall der Fortpflanzungsorgane und die Ergebnisse der Blutuntersuchungen und des Spermiogramms zu legen.

Die Wahrscheinlichkeit für Eileiterverschlüsse oder andere fruchtbarkeitsmindernde Befunde wie Endometriose ist bei der LSK am höchsten, wenn bereits hormonelle Störungen und Einschränkungen der Spermienqualität sicher ausgeschlossen werden konnten. Liegt dagegen ein eindeutiger Faktor vor, der die ungewollte Kinderlosigkeit plausibel erklären kann (z.B. fehlende Eisprünge, schwerer männlicher Faktor), kann bei zusätzlicher Beschwerdefreiheit der Frau vor der indizierten Kinderwunschtherapie auf die Laparoskopie verzichtet werden.

Ist die ungestörte Eileiterfunktion für den Erfolg der geplanten Behandlung notwendig, wie bei hormonellen Stimulationen oder Inseminationen, kann stattdessen auf Wunsch die Hysterosalpingo-Kontrastmittelsonographie durchgeführt werden.

Ergeben sich auffällige Befunde im Rahmen der Hysteroskopie oder Laparoskopie, kann in einem Folgeeingriff nach entsprechender Beratung und Aufklärung die Wiederherstellung der normalen anatomischen Verhältnisse erfolgen.

 

Folgende Veränderungen der Fortpflanzungsorgane sollten in der Regel operativ korrigiert werden:

Myome sind gutartige Muskelknoten, die in der Muskelschicht der Gebärmutter auftreten. Vermutlich ist jede vierte Frau im fruchtbaren Alter davon betroffen. Sehr viele Frauen haben keinerlei Beschwerden, da diese sehr von der Größe und Lokalisation der Myome abhängen.

Eine eindeutige Indikation zur Entfernung ist gegeben, wenn das Myom in die Gebärmutterhöhle hineinwächst und damit direkt unter der Schleimhaut liegt (sog. submucöses Myom). Hier kommt es oft zu starken und lange anhaltenden Regelblutungen, verbunden mit stärkeren Regelschmerzen. Die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten ist erhöht. Die Entfernung der submucösen Myome kann ebenfalls durch eine Gebärmutterspiegelung erfolgen.

Bei Endometriumpolypen handelt es ich um gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, die kugelförmig in die Gebärmutterhöhle hineinwachsen. Sie können zu Blutungsstörungen führen und auch einen ungünstigen Effekt auf die Einnistung eines Embryos haben. Eine Entfernung durch Gebärmutterspiegelung ist einfach durchführbar und sollte ebenfalls vor einer Kinderwunschbehandlung erfolgen.

Gebärmutterfehlbildungen werden bei etwa 3% der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch nachgewiesen. Oft sind sie Zufallsbefunde, die in der Regel keine Symptome machen. Entwicklungsgeschichtlich entsteht die Gebärmutter aus zwei Muskelschläuchen, die miteinander verschmelzen, wobei sich kontrolliert bestimmte Wandanteile zurückbilden müssen. Laufen diese Vorgänge fehlerhaft ab, können Wandbildungen im Inneren der Gebärmutter bis hin zu einer doppelten Gebärmutteranlage resultieren.

Nicht alle Varianten sind dabei für den Kinderwunsch problematisch. In erster Linie wird der sog. Uterus septus/ subseptus mit einem höheren Risiko für frühe Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht und nach Leitlinie angeraten, vor einer Kinderwunschbehandlung eine operative Korrektur durchzuführen (Gebärmutterspiegelung mit Einschneiden der Wandbildung= hysteroskopische Septumdissektion).

Liegen schwere Eileiterveränderungen nach Entzündungen vor und sammelt sich bereits Eileitersekret im verschlossenen Eileiter an (Hydrosalpinx), reduziert dies die Chancen auf eine Schwangerschaft durch eine künstliche Befruchtung auf die Hälfte. Verschiedene Effekte werden diskutiert, unter anderem direkte embryotoxische Effekte und ein negativer Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut. Zwei operative Möglichkeiten erscheinen gleichwertig zu sein: Entweder wird der betroffene Eileiter ganz entfernt oder im gebärmutternahen Anteil verschlossen. Danach entsprechen die Chancen auf eine Schwangerschaft durch eine künstliche Befruchtung wieder den üblichen Durchschnittswerten.

Ergibt sich aufgrund des Beschwerdebildes und der durchgeführten Voruntersuchungen der Verdacht auf gynäkologische Erkrankungen wie z.B. Endometriose, planen wir die operative Abklärung durch eine Bauchspiegelung (LSK). Auch hier ist die Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter im selben Eingriff möglich. Werden beim Eingriff Endometrioseherde auf dem Bauchfell gefunden, sollten diese entfernt werden. Bei Kinderwunsch wurde nach laparoskopischer Entfernung einer minimalen bis milden Endometriose eine Verbesserung der Fruchtbarkeit erreicht. In der 9-monatigen Nachbeobachtungszeit wurden nach Endometrioseentfernung 30,7% der Frauen schwanger gegenüber 17.7% in der Kontrollgruppe (Marcoux et al., 1997).

Bei der tief infiltrierenden schweren Endometriose wurde durch die chirurgische Entfernung die Erfolgsaussicht der künstlichen Befruchtung deutlich verbessert (Bianchi et al. 2009). Dagegen ist abzuwägen, dass wiederholte Eingriffe z.B. zur Entfernung von Endometriosezysten die ohnehin oft eingeschränkte Eierstockreserve weiter reduzieren können. Dies muss im Vorfeld solcher Eingriffe genau besprochen werden.

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